Der erste Schritt


Wir führen Abklärungen und Behandlungen von hormonellen Störungen, - zum Beispiel von Eireifungsstörungen, aber auch anderen Störungen der Eierstockfunktion und der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) – durch, wobei selbstverständlich der schonendsten und zweckmässigsten erfolgsversprechenden Behandlung der Vorzug gegeben wird.

Die Hirnanhangsdrüse ist etwa so gross wie eine Kirsche und befindet sich in Höhe der Nase mitten im Kopf auf einem Knochenteil der Schädelbasis, dem so genannten sella turcica.

Gelegentlich ist es nötig, die Eireifung mittels Clomifen-Tabletten, oder mit einer Spritzenkur (FSH-Spritzen oder HMG-Behandlungen) einzuleiten. Dafür sind 1 - 3 Ultraschallkontrollen notwendig, bis der Eisprung ausgelöst werden kann.
Partner
Normale Spermienanzahl
Die Fruchtbarkeit des Partners wird mittels einem Spermiogramm abgeklärt. Um das Spermiogramm bildlich verständlicher zu machen, zeigen die unten angeführten Abbildungen den Vergleich zwischen den Ergebnissen eines normalen Spermiogramms in Bezug auf die Spermienanzahl (Abb. 1) und eines anormalen Spermiogramms mit einer zu geringen Spermienanzahl (Abb. 2).

Wenn Werte gefunden werden, welche auf eine Verminderung der Fruchtbarkeit deuten, wird besprochen wo die weitere Abklärung und Behandlung des Mannes stattfinden soll. Oft ist die Zuweisung zu einem Andrologen (einem auf die Behandlung männlicher Fruchtbarkeitsstörungen spezialisierten Arzt) nötig.
Bei leichter bis mittelschwerer Einschränkung der männlichen Fruchtbarkeit zeigt die intrauterine Insemination (Befruchtung) gute Chancen auf eine Schwangerschaft . Diese Behandlung findet in der Praxis statt. Bei erheblicher Verminderung der Spermienzahl oder der Beweglichkeit ist eine ICSI-Behandlung (s.u.) angezeigt.

Bei schweren Störungen der Samenreifung oder bei verschlossenen / verwachsenen Eileitern, sowie gelegentlich bei schwerer Endometriose wird die Behandlung mit ICSI (IntraCytoplasmatische SpermienInjektion) bzw. IVF (InVitroFertilisation) durchgeführt.

Dabei wird ein Mehrfaches an Eizellreifung mittels Hormonspritzen provoziert, die reifen Eizellen unter einer leichten Sedation den Eierstöcken entnommen und dann mit der entsprechenden Methode (IVF oder ICSI) im IVF-Labor mit dem Samen des Partners befruchtet. Finden sich gar keine Spermien im Ejakulat, wird in winzigen Proben aus Hodengewebe nach Samenzellen oder Samenzell -Vorstufen gesucht (TEstikuläre SpermienExtraktion = TESE) - dafür braucht es die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Urologen.

Der Embryonentransfer findet dann zwei, drei oder fünf Tage später statt.
Wir führen den Embryotransfer meist am dritten Tag nach der Eizellentnahme durch. Dafür ist keine medikamentöse Vorbehandlung notwendig.

Gelegentlich ist es von Vorteil, die Eizellen 5 Tage im Labor zu belassen, um Blastocysten zu erhalten. Entsprechend findet dann der Blastocystentransfer am 5. Tag nach der Eizellentnahme statt.


Kryozyklen


Wir führen auch sog. Kryozyklen durch. Sollten nämlich bei der IVF/ICSI Behandlungen überzählige befruchtete Eizellen entstehen, die wegen der Mehrlingsgefahr zunächst nicht in die Gebärmutter eingebracht werden dürfen, können diese auf Ihren Wunsch mittels Tiefgefrieren konserviert werden. Dies findet einen Tag nach der Eizellentnahme statt. Damit hat das Paar 1 - 3 weitere Schwangerschaftschancen ohne Hormonspritzen und ohne Eizellentnahme in den folgenden Monaten. Die befruchteten Eizellen dürfen gemäss schweiz. Reproduktionsmedizingesetz maximal 5 Jahre aufbewahrt werden - Zeit genug, das erste Kind auszutragen, sich von der Schwangerschaft und Geburt zu erholen und dann das zweite Kind in einem Auftauzyklus zu empfangen.


Erfolgschancen einer Behandlung


Aufgrund der Statistik liegt die Schwangerschaftsrate bei 35 %, d.h. ein Drittel der IVF/ ICSI-Behandlungen führen zu einer Schwangerschaft. Einige Schwangerschaften gehen als Aborte verloren. Damit kommt es statistisch pro 3-4 Embryotransfers zu einer Geburt.

Je jünger die Kinderwunsch - Paare sind, desto höher fällt die Schwangerschaftsrate aus. Auch Frauen um das 40. Lebensjahr werden schwanger, hier braucht es aber oft mehr Behandlungszyklen pro Schwangerschaft.

Üblicherweise finden die ersten Schwangerschaftskontrollen mit Lokalisation der Fruchtblase 3 - 4 Wochen nach der Behandlung statt. Danach finden die üblichen Schwangerschaftskontrollen statt.


Risiko von Mehrlingsschwangerschaften


Viele Kinder-Wunsch Frauen sind durch Mitteilungen in der Laien-Presse sehr verunsichert. Insbesondere die Mehrlingsrate wird immer wieder diskutiert.

Ein herausragender Aspekt der Behandlung hier ist eine sehr tiefe Mehrlingsrate (Maximum Zwillinge, und das aber in etwa 20 %) jedoch keine Drillinge und keine höhergradigen Mehrlinge, bei gleichbleibend hoher Schwangerschaftsrate. Wie viele Embryonen aber transferiert werden, wird jeweils immer nur Minuten vor dem Embryotransfer und mit Vorteil und in Anwesenheit beider Partner immer wieder neu besprochen. Wir stützen uns dabei auf die Kriterien, welche die aktuell in Kultur befindlichen Embryonen oder Blastocysten zeigen.


Nach der Bestätigung der Schwangerschaft


11 - 12 Tage nach der Eizellentnahme wird ein Schwangerschafstest im Blut durchgeführt – Urin-Schwangerschaftstests sind so früh noch unzuverlässig.

Wir legen grossen Wert auf die Einnahme eines geeigneten Vitaminpräparates, um das Missbildungsrisiko des Ungeborenen zu minimieren. Dies gilt für alle Schwangerschaften, unabhängig, ob natürlich oder mit medizinischer Unterstützung entstanden. Wichtig: aufgrund des umfassenden Literatustudiums haben durch IVF/ ICSI gezeugte Kinder gleiche Fehlbildungsraten wie spontan gezeugte. Die Schwangerschaften sind jedoch im Durchschnitt einige Tage kürzer und es wird etwas öfter ein Kaiserschnitt durchgeführt. Die Gründe dafür sind zahlreich, eine kleinere Risikobereitschaft des Paares nach unerfülltem Kinderwunsch und das höhere Durchschnittsalter der Mutter spielt auf jeden Fall eine Rolle dabei.